Die Arbeit „Roulette (Teil III)“ funktioniert als performative Installation für eine „geschlossene Gesellschaft“. Jedem Sitzplatz sind ein bestimmter Charakter und knappe Regieanweisungen zugeordnet. Zwölf individuelle Speisen mit entsprechendem Besteck sorgen für einen Synergieeffekt zwischen Konsistenz / Geschmack und Charakter / emotionaler Befindlichkeit der einzelnen Figuren. Jede Person wird mit individuell bearbeiteten Kleidungsstücken und Requisiten ausgestattet, welche über „Kontakt- und Interferenzpunkte“ verfügen und die Beteiligten durch elastische Bänder miteinander verbinden. Die nonverbale, unterschwellige Ebene, die sich zwischen den Charakteren der jeweiligen Tischrunde abspielt, wird dadurch als „dreidimensionales Psychogramm“ sichtbar und physisch wahrnehmbar gemacht. Während der Aktion steht in der Mitte des Tischs eine Videokamera, die sich kontinuierlich um die eigene Achse dreht und das Videobild live auf einen Monitor ausserhalb des Raumes überträgt.